Bernd am Ball

Ein Fußballabend in Deutschland 2012

das hatte ich mir richtig schön zurechtgelegt, gestern Abend. Erstmal mit ein paar Kindern zum Freundschaftsspiel Altona gegen St. Pauli, vielleicht ein, zwei Bier dazu, auf jeden Fall zwei, drei von den leckeren Schinkenwürsten, die der AFC in der Adolf-Jäger-Kampfbahn anbietet. Danach einigermaßen los, damit ich zumindest um 21 Uhr vor der Glotze sitzen kann, um mir die Relegation anzuschauen. So weit der Plan, soweit die Vorfreude, so weit die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

An der Griegstraße trat der FCSTP mit ‘ner richtig guten Truppe an, die wollten sich natürlich nicht gegen eine Oberligamannschaft blamieren. Also Tschauner nicht ins Mittelfeld, wie vor einen Tagen auf dem Dorf, sondern der stand da, wo er hingehört. St. Pauli machte in der ersten Halbzeit viel Druck, schoß sechs Tore und Altona trug das neue Heimtrikot von DO YOU FOOTBALL spazieren. Das Wetter hielt auch so einigermaßen, über 1.500 Zuschauer auf der Anlage und das mit dem Bier, den Würsten, den Kindern, das klappte auch. In der zweiten Halbzeit spielte Altona dann in den neuen Auwärtstrikots, die wohl im Blog intensiv diskutiert werden, auf jeden kann gesagt werden, dass sie in den Leibchen besser spielten. Rundherum eine schöne Sache mit nur zwei Irritationen. Das Outfit des Schiedsrichtergespann ließ auf Außerirdische schließen und, man fasst es nicht, auf der Sitzplatztribüne wurde eine rote Rauchbombe gezündet. Da dachte ich noch, wie bescheuert man eigentlich sein muss, bei so einem harmlosen Spiel so eine Aktion ohne Sinn und Verstand abzuliefern. Da wusste ich ja noch nicht, dass derjenige noch der Nobelpreisträger unter den ‘neuen’ deutschen Fußball’fans’ war und dass der Rest der Vollidioten zum Großteil in einem Stadion im Rheinland sitzt.

Einigermaßen schaffe ich es also nach Hause, Kinder ins Bett, Glotze an und ich kann es wirklich kaum ausdrücken, wie mich das genervt hat, was dort in Düsseldorf geboten wurde. Das soll eine Relegation zwischen erster und zweiter Liga gewesen sein ? Oder ist das jetzt einfach das, was uns, den Freunden des Fußballs, nun erwartet ? Nicht nur, dass man nach Spielen jede Autobahnraststätte meiden sollte (am besten gleich die Autobahn selber), nicht nur, dass die Gewalt so im Vormarsch ist, dass die Polizei entscheidet, ob gegnerische Fans ins Stadion dürfen oder nicht, nein, jetzt wird das Spiel selber angezündet. Woher kommt das in dieser Wucht ? Wer hat diese Leute zur Party gebeten oder haben die sich alle selber eingeladen ? Warum tun uns diese Pyromanen aus Berlin und, abgeschwächt, aus Düsseldorf das an ? Und spätestens als das Eventpuplikum in der dramatischen Schlußphase den Rasen gestürmt hat, hörte ich mich laut sagen : ‘brich’ den Scheiß doch einfach ab’. Beide in die zweite Liga, St. Pauli rauf, dann hätten wir alle was davon. Es gibt da mittlerweile nichts mehr schön zu reden, wir und das Spiel werden von Kriminellen bedroht, denen dieser schöne Sport völlig egal ist. Und das darf uns nicht egal sein.

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DO YOU FOOTBALL wird Partner und Ausstatter von Altona 93

Damit gehen zwei Hamburger Fußballmarken eine Partnerschaft ein, die DO YOU FOOTBALL-Macher Bernd von Geldern als ‘Herzenzangelegenheit’ bezeichnet. DO YOU FOOTBAL ist schon seit Jahren Partner des FC St. Pauli und hat im vergangenen Jahr mit dem ETV sein erstes großes Engagement in Hamburgs Amateuerbereich gestartet. Mit Altona 93 hat DO YOU FOOTBALL einen Wunschpartner gefunden, der die Markenwerte vertritt, weshalb die neuen Heim-und Auswärtstrikots der Slogan “Ehrlicher Fußball aus Altona” ziert. “DO YOU FOOTBALL hat einfach verstanden, was wir wollten, weil sie unsere Sprache sprechen” sagt Mike Barthel, der mit Altona 93 noch viel vor hat, natürlich auch sportlich. Neben dem klassischen Heimtrikot, das nur sehr behutsam angepasst wurde, spielt ALTONA auswärts in einem blauen ‘Arbeits’-Hemd, das den ehrlichen Fußball und die ehrliche Arbeit repräsentieren soll. Beide Trikots werden beim Freundschaftsspiel von Altona 93 gegen den FC St. Pauli am Dienstag, 15. Mai, 18.30 Uhr, nicht nur von der Mannschaft getragen werden, sondern auch zum Verkauf stehen.

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Save The Date !!!

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Trikotpflicht !!!

VERLOSUNG!!!! Um die letzten Kräfte im Rennen um den Relegationsplatz zu mobilisieren, verordnet DO YOU FOOTBALL für das nächste Heimspiel am Sonntag den 22.04.2012 eine TRIKOTPFLICHT und passend dazu verlosen wie 1×2 Karten + 10 St.Pauli Heimtrikots !!! Teilt diesen Beitrag bis morgen 15.00 Uhr auf eurer Pinnwand um die beiden Karten oder ein Trikot zu gewinnen! Viel Glück !!!

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Bernd am Ball

manchmal brauchst Du solche Spiele (Fortsetzung von Samstag)

20 mal geht man ans Millerntor und schaut sich jeden Scheiß an, nur um so einen Moment, an Spiel 21, in der Nachspielzeit, unter Flutlicht zu erleben. Wenn alle Dämme brechen, wenn Zuschauer und Mannschaft eins werden, wenn die Freude durch die Reihen taumelt, wenn man sich selber TOOOOOOR schreien hört und dabei an der Jacke des Nebenmannes zieht und zerrt und wenn das Bier selbst über die Viptribüne spritzt. Fanstastisch, einzigartig, magisch, glücklich machend. Und dann dieser Plot: längst in Überzahl, wenig Chancen, dann das erlösende 2 : 1, alle Jubeln, nur die Eisernen protestieren. Der Schiri läuft zu Ebbers, ich in den Bereich, wo Fernseher hängen. Draußen Krakele, Tumult, drinnen Stille. Zeitlupe: klares Handspiel, Schnitt, der Schiri bei Ebbers. Ebbers zuckt mit den Schultern, murmelt ‘was soll ich sagen, keine Ahnung’, der Schiri setzt nach, Ebbers zeigt auf Kopf, Schulter, Arm, der Schiri fragt nochmal, dann sagt Marius Ebbers Fußballgott zum Glück das einzig richtige : ‘dann war es Hand’. Danke, Alter. Was wäre wohl losgewesen, wenn das Tor gezählt und/oder Ebbers gelogen hätte. Die Vorstädter hätten wieder gesagt: “von wegen der andere Klub”. So aber : blütenweiße Weste. Ich zurück auf den Platz, sag’ zu den Kollegen, es wird alles gut werden, reine Herzen werden belohnt. Und tatsächlich : zwei Minuten später beste Freistoßdistanz. Daube läuft an, zirkelt, das Puplikum stöhnt, will ihn reindrehen, Unterkante Latte, raus, kollektiver Zusammenbruch. So darf es, so kann es nicht ausgehen. Drei Minuten Nachspielzeit, nur noch hoch und weit, Schachten, einmal noch, nach vorne. Aus dem Hintergrund müsste Bartels schießen, Bartels schießt, Tor, Tor, Tor. Danke.

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Bernd am Ball

Was von Fußballostern übrig bleibt

Am Samstag um 13.21 Uhr habe ich zu meinem Sohn vor der Glotze gesagt : “manchmal brauchst Du genau solche Spiele, wenn Du aufsteigen willst. Wenn die das hier drehen, dann gehen sie 100 %ig hoch”. Um 14.01 Uhr war ich mir dann sicher, mein persönlicher Superstar Fin Bartels hatte das 3:3 geschossen, noch 44 Minuten plus Nachspielzeit, Zeit im Übermaß. Dann diese Riesenchancen, Naki !, Ebbers !!, Saglik !!! und am Ende : 1 Punkt, doch nur ein Fastwunder, fast historisch, Fastbrustlöser, fast Platz 3. Irgendwie passt auch das zur Saison, eigentlich gut, nicht überragend, fast dran, aber nie so richtig. Was bleibt : die Chance auf die Relegation, das ist ja zum Schneckenrennen zwischen D’dorf, dem FC und (ein bischen) Paderborn geworden. Die Truppen oben sind weg, es geht nur um Platz 3. Also, gegen die Eisernen muss mal endlich der Dreier kommen.

A pros pos Relegation: die ist für den HSV immer noch in greifbarer Nähe. Die Truppe spielt ganz engagiert, aber während des Spiels kann man auch noch mal nach dem Braten schauen oder ‘n Bier holen, nie hat man das Gefühl, irgendwas zu verpassen. Das sieht so ganz ordentlich aus, ist aber letztlich ziemlich blutleer und wenig inspirierend. Der HSV wird sich irgendwie durchwurschteln, weil sich ausgerechnet der Partnerklub des FC St. Pauli, der ruhmreiche 1. FC Köln, in Selbstauflösung befindet. Einen weiteren Höhepunkt lieferte nun Slawomir Peszko, der zwar gegen Bremen einer der allerschwächsten Akteure gewesen sein soll, später aber im Taxi voll aufdrehte. Voll wie der Amtmann wollte nach er mit seinem Kumpel nach Düsseldorf (Relegation vorbesprechen mit Sascha Rösler ?) und haute ab und an mal aufs Txameter. Der Taxifahrer fuhr dann auch schneller, allerdings auf eine Polizeiwache. Wie die Kölner erst mal feiern, wenn die mal wieder gewinnen. Was bleibt: Lautern und Hertha gehen runter, Köln schnappt dem HSV den Relegationsplatz weg, Stani geht, wie hier bereits vor Wochen angekündigt, nach Köln und
a) gewinnt die Relegation gegen Düsseldorf oder
b) verliert die Relegation gegen den FC St. Pauli

Was bleibt, die Dritte : ein Tor, wie es nur gaaaaaanz wenige erzielen können, gelang am Sonntag dem spanischen Nachwuchstorjäger Raúl zum 2:0 gegen Hannover. Wer es nicht gesehen hat, bitte auf Youtube oder sky anschauen. Da wird Torschuß und Dribbling zu einer Bewegung, das ist die Hohe Kunst und die bleibt auf sicher.

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Bernd am Ball

Life is a pigstyle

Um es gleich zu sagen, ich finde, dass Mike Büskens gestern Abend kurz vor Schluß DEN einen spielentscheidenden Fehler gemacht hat, der die wunderbare Arbeit seiner Mannschaft zunichte machte. Es gibt diese Dinge, die unser Sport nicht verträgt, nicht mag, nicht will und daher auch abstraft, jeder weiß das, der mal höher gespielt hat. Als 1999 die Bayernspieler kurz vor Schluß des CL-Finales gegen ManU schon Kappen und Shirts verteilten, gab es postwendend die Quittung. Mein alter Mannschaftkollege Christian Wriedt hat darüber mal in 11 Freunde einen wunderbaren Artikel geschrieben. Nein, das sind natürlich keine höheren Mächte, sondern da rächt sich eine Geisteshaltung, die sich einschleicht, es geht um Hochmut. Wer ist Greuther Fürth, wer ist Mike Büskens, dass er allein durch das Warmmachen des Keepers ab der 100. Minute und der Einwechslung des armen Kerls drei Minuten vor Schluß dem Deutschen Meister zeigt, dass der kein Tor mehr erzielen wird ? Wer sich über Schnickschnackschnuck vor einem Freistoß aufregt, findet hier die Steigerung. Natürlich kann man einwenden, dass der Keeper 1,98 Meter groß ist, viele Elfer hält, viele Elfer versenkt und daher im Elferschießen der bessere Mann ist. Aber es geht um das Zeichen und das hat Herr Klopp bei seinem Jubellauf mit Auswechslungsgeste ja auch mehr als deutlich gemacht :’was bildest Du Dir ein, Alter’, wird er Mike Büskens zugerufen haben. Und: ist ein großer, aber kalter Elferkönig tatsächlich besser als ein Torwart, der 117 Mnuten tadellos und unfassbar unaufgeregt gespielt hat ? Auch wenn es vorher abgesprochen war, hätte Büskens die Geschichte des Spiels anders interpretieren müssen, hier hat er das Fußballschicksal überstrapaziert und überprovoziert. Das ist um so bedauerlicher, als dass seine Mannschaft eine fantastische Leistung geboten hatte, an der sich viele Bundesligisten (ja, auch der HSV) ein Beispiel nehmen könnten. Und die Sauerei an alledem ist, dass die Mannschaft eben von Mike Büskens so hervorragend eingestellt wurde, dass er gestern Abend über 117 Minuten nachgewiesen hat, dass er ein richtig guter Trainer ist, der eine Mannschaft formen kann.
Und dann : alles kaputt. Schade für die Truppe, schade für Herrn Büskens, vielleicht gut für den FC St. Pauli, weil Fürth sicher ein paar Tage braucht, um das Ding zu verarbeiten.

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Bernd am Ball

Ein zähes Geschäft

Nein, das war kein Leckerbissen, nein, so holt man in der Bundesliga keine 30 Punkte, nein, ich weiß auch nicht, was Max Kruse in der Winterpause gemacht hat (im Trainingslager war er aber, das weiß ich) und nein, ich weiß auch nicht, ob das für Platz 1,2 oder 3 reicht. Aber eines darf ich schon mal fragen: wer glaubt denn ernsthaft, dass es an einem Montag Abend, nachdem alle Konkurrenten gepunktet haben, gegen einen akut abstiegsgefährdeten Traditionsverein zu einem Selbstgänger kommt, zu einer Torlawine, zu einem fußballerischen TickiTacka ? Sehr viele, wie mir scheint, denn die Enttäuschung über die Leistung war nach dem Spiel echt spürbar. Und natürlich gibt es auch ein paar Fragen, die man sich stellen muss. Warum bekommt die Mannschaft die spielerische Leistung, die gegen 1860 zu sehen war, in der Rückrunde so selten gezeigt. Warum fehlt das Tempo und die Kreativität im Aufbau, beides war mal da. Nach dem Verlauf des gestrigen Abends gibt es darauf, neben vielen Fragen, auch ein paar Antworten. Ob man es will oder nicht, Marius Ebbers ist für diese Mannschaft absolut unverzichtbar. Seine Präsenz und seine Körpersprache, seine Ballbehauptungen, das ist Bundesliga und daran hat sich die Mannschaft nach seiner Einwechslung orientiert. Ebenso unverzichtbar ist Fin Bartels, der nur nicht von Beginn an dabei war, weil er nach Auskunft des Stadionsprechers Rainer Wulff “mit Angina im Bett lag”, einem Gassenhauerspruch der frühen 70er Jahre. Stark seine Dribblings, seine Tempoläufe, ebenfalls Bundesliga. Und auch die dritte Hereinnahme, Dennis Daube, war die richtige Trainerentscheidung, auch er brachte Stabilität in die Mannschaft. Gegen Ende des Spiels lief es daher viel besser, als zu Beginn, finde ich, da stand wieder die richtige Mischung auf dem Platz. Es gibt also viel, viel Hoffnung trotz der spielerisch schwachen Vorstellung. Und immerhin spielt der FC St. Pauli die beste Zweitligasaison der Klubgeschichte, das nur mal so nebenbei. Es ist eben ein Wahnsinn, dass es so unfassbar eng ist an der Spitze, letztes Jahr ist Augsburg mit 65 Punkten glatt aufgestiegen und unser FC ein Jahr vorher mit 64 Punkten, das wird diesmal nicht reichen. Und deshalb sollten wir uns jetzt alle auf dreckige, erkämpfte, erzitterte 1:0 – Siege in Aue und gegen Cottbus freuen, damit es nächstes Jahr Bayern und Dortmund, aber kein Derby gibt.

SpVgg Greuther Fürth 25 16 5 4 56:20 36 53

2 Eintracht Frankfurt (A) 25 15 7 3 58:27 31 52

3 Fortuna Düsseldorf 25 14 9 2 54:25 29 51

4 FC St. Pauli (A) 25 15 5 5 44:25 19 50

5 SC Paderborn 07 25 14 8 3 42:26 16 50

6 1860 München 24 13 3 8 47:33 14 42
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Bernd am Ball

Eine süsse Niederlage

Es läuft einfach rund für den Bundes-Jogi. Seine Beliebheit ist auf dem Höhepunkt, in Personalfragen hat er einen Persilschein, seine taktische Finesse wird weltweit gerühmt, seine Spielidee bejubelt und nun schafft er es auch noch, zum richtigen Zeitpunkt gegen den richtigen Gegner in der richtigen Höhe und der richtigen Art und Weise zu verlieren.

Ein Meisterstück, das mit dem EM- Titel belohnt werden wird. Der Reihe nach: Frankreich ist nach der 2010er Schmach in solchen Freundschaftsspielen natürlich motivierter, als in früheren Jahren, wo die TriColor häufiger recht divenhaft auftrat. Gestern dagegen gab es eine absolut disziplinierte Truppe zu sehen, zentral defensiv mit den sehr starken Cabaye und M’Vila, davor, überragend, Valbuena. Frankreich wird aber bei der EM nichts holen, da bin ich mir sicher, also wusste Loew, dass er auf eine hochmotivierte, spielerisch gute Mannschaft treffen würde, die der deutschen Mannschaft aber auch bei einer Niederlage keine nachhaltige Angst einjagen würde, wenn es im Sommer in den KO-Spielen gegen sie geht.

Gut, dass das Ding verloren wurde, ist es für Herrn Loew auch deshalb, weil nun im deutschen Boulevard ( Bild online gestern Nacht : “Jogi, das macht uns Angst”) erst mal wieder Topfavoritberuhigung eintritt und Versagensaengste hochkommen. Es ist schon Wahnsinn, wie unreflektiert in den großen Blättern über die Situation geschrieben wird, denn die hat sich, wie bereits gesagt, für Loew verbessert.

Favoritenrolle erst mal ein wenig los, wird nicht nur über Spanien geschrieben, denn vielleicht können die anderen ja auch Fussball spielen. Nicht ganz nach Plan war, glaube ich, die Ergebniskosmetik durch Cacao, denn ein 0:2 hätte sich noch glatter angehört.

Es gab aber auch einige echte Erkenntnisse, die nicht so super waren: das Bremer Publikum hat kein Laenderspielformat, Aogo auch nicht, Super-Reuß ist bei der Nationalmannschaft entweder verletzt oder sehr verhalten, um es mal diplomatisch auszudrücken. Und mein geliebter Toni Kroos kann es denn wohl auch nicht allein richten, denn Khedira ist nun wirklich keine grosse Hilfe. Und dann noch ein Wort zu Klose: Danke.

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Bernd am Ball

Italienisch-Englischer Abend Teil 2

Alter, was ist da denn los ? In Italien wird noch richtiger Fußball gespielt. Vor einer Woche schon der denkwürdige Auftritt der Diva aus Mailand und gestern Abend wird das englische Hochglanzprodukt überhaupt von einer Truppe Straßenfußballer vorgeführt und rund gespielt.

Ich muss gestehen, ich bin wirklich kein Fan von italienischem Fußball, deshalb sind mir die Jungs vielleicht auch nicht so geläufig, aber Typen wie Lavezzi, Gargano und Cavani (ersterer Argentinier, die beiden anderen Urus) habe ich gestern lieben gelernt. Tempo, Hingabe, Leidenschaft total, obwohl das ja nun gar nicht zu Italiens Serie A passt. Neapel spielt eine herrlich umkomplizierte Art Fußball , die in einer Zeit, da unser Sport zur Raketenwissenschaft hochgeschaukelt wird, so extrem jung und erfrischend wirkt. Ganz im Gegensatz zum Stadion. Das war, und da muss ich doch ein Klischee heranziehen, zwar ausverkauft, der Unterrang aber war, wahrscheinlich wegen Baumängeln, weitgehend gesperrt. Kein Wunder, weiß man doch aus Dokumentationen wie ‘Der Pate’, wie da unten die Baugenehmigungen vergeben werden. So war die Kamerafahrt nach Cavanis 2:1, bei der der Torschütze auf seinem Weg Richtung Fans eingefangen wurde, so ein bischen wie eine T-Home-Werbung, wo der Kaiser im Wohnzimmer sitzt und Schweinsteiger ihm das Weizen wegnimmt, in diesem Fall nur umgekeht.

Cavani lief auf den gesperrten Unterrang zu, wo sich gefühlte 50 Leute allerdings anlaßgemäß aufführten. Von Chelsea gibt es neben der Ratlosigkeit des Ablöseweltrekordlers Villas-Boas nur die unfassbar besetzte Bank zu bemerken: Mikel, Torres, Kalou, Lampard, Essien, Cole saßen da.

Gute Nacht, Chelsea.

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