Vielleicht ist das dieser verdammte Unterschied, wenn Du aus einer englischen Woche 7 Punkte mitnimmst oder wenn Du in so einer Woche Spiele wie gegen Aalen und Regensburg abgeliefert hast. Wie Torsten (‘Tusche’ oder ‘Fußballgott’, er hört auf beides) Mattuschka das Ding zum 2:2 trifft, das hebt einen nicht nur aus dem Sessel/Sitz/Fußgelenk, das hat zu 100 % etwas mit Selbstbewußtsein zu tun. Sicher, auch das 1:0 war wahnsinnig sehenswert, aber den kann Tusche; ich bin mir sicher, dass er davon im Training bei 10 Situationen acht macht. Deshalb ist das eine Situation, die die Defensive (hier der ansonsten gute Kringe) verhindern muss. Aber der zweite Treffer, das ist ein Treffer des Selbstvertrauens und des Glücks, aber eben beides. Mir hat imponiert, wie der FCSTP das Spiel nach der Pause an den Hörnern gepackt hat, wie stark der Wille war, dieses Spiel zu drehen. Die Mannschaft ist eben nach dem überraschenden Rückstand nicht auseinender gefallen, sondern hat sich in der Pause gesammelt und noch mal neuen Mut geschöpft. Das ist DIE Erkenntnis des Freitag Abends, finde ich. Dass die Mannschaft intakt ist, dass der Charakter stimmt, dass die Arbeitsmoral stimmt. Leider steht im Ergebnis wieder nur ein Punkt und das ist eben auch die Wahrheit. Abstiegsplatz nach immerhin einem guten Viertel der Saison. Unser FCSTP hat dieses Jahr wohl keine Mannschaft, die mal eben eine Siegesserie von fünf Spielen startet, sondern ich befürchte, dass es im Moment so ein wenig im Schneckentempo weitergehen könnte. Wenn nicht, tja, wenn nicht der neue Sportlehrer Michael F. ungeahnte Kräfte freisetzen kann, was aber wohl eher unwahrscheinlich ist. Wir haben ja hier auf der Seite in dieser Woche ein wenig diskutiert, wie man die Entscheidung pro Frontzeck einordnen kann. Ich für mich hab’ damit so ein wenig meinen Frieden gemacht, und zwar, weil ich befürchtet habe, dass es viel, viel schlimmer kommen könnte, ich sag’ nur: Funkel. Trotzdem, Frontzeck muss liefern. In zwei Wochen geht es nach Paderborn, auch keine Laufkundschaft, und wenn wir da verlieren, wird es langsam brenzlig. Insofern können wir dem guten Michael nur das allerbeste Händchen wünschen.
Zwei Sachen habe ich noch:
Hannover 96
Klar, alle Witze über die Stadt sind gerechtfertigt, von Bettina Wulff, Maschmeyer und all den anderen fange ich gar nicht erst an. Aber was ausgerechnet Mirko Slomka, dem ich persönlich bis vor zwei Jahren auch nicht viel zugetraut habe, da aufgebaut hat, ist mittlerweile spektakulär zu nennen. Wie die mit Schlaudraff, Huszti, Ya Konan, Abdellaoue und Diouf gegen einen starken deutschen Meister auf den Ausgleich gegangen sind, das war schlicht mitreißend. Und das ist ja kein Einzelfall mehr, die Europaleague-Auftritte von H96 gehören wirklich zum allerbesten Inventar des Wettbewerbs. Warum nur hat Hannover das ausgerechnet beim HSV nicht gezeigt?
Bruno L.
was meint der eigentlich, wer er ist? Arsène Wenger, oder was? Der haut da um sich gegen Medien und Publikum, das ist nicht lustig, das ist nicht ehrlich, das ist einfach nur blind. Kommt rüber, wie eine beleidigte Leberwurst, dabei haben wohl eher die Fans Grund, die Nase voll zu haben. 6 Punkte aus sieben Spielen, in der EuropaLeague ein 2:2 zu Hause gegen Bukarest und ein 0:2 bei Molde, das nun wirklich nicht zu den ersten Adressen in Europa gehört. Und dann darf nichts gesagt werden? Ich war am Samstag noch auf einem Geburtstag in der Nähe von Stuttgart, die haben da eine ziemlich klare Meinung dazu, Bruno ist längst überfällig. Es gibt eine Geschichte, die Bruno ganz gut kennzeichnet. Beim HSV schickte er einst seinen Assistenten Eddy Sözer zu Superstar Ruud van Nistelrooy, er möge dem Niederländer mal Tipps zum Stellungsspiel geben. RvN hat mit einer Geste darauf geantwortet, er schnippte sich so ans Ohrläppchen, als ob er eine Fliege verscheuchen wollte und drehte sich kommentarlos von dem 30 Zentimeter kleineren Sözer weg. Der ging zurück zum Chef und dann waren beide beleidigt. Bruno, such Dir was Neues.